07.07.23 | 14:00-16:00 Uhr

Vom Werkzeuge nutzen zum Werkzeuge machen – über das (Er-)Finden von Methoden und Interventionen

Stefan Pätz


Viele schlaue Menschen haben unzählige bewährte Methoden für jede erdenkliche Situation entwickelt. So ist verständlich, dass wir gerne die Methodeninsel ansteuern, wenn wir in beruflichen und privaten Kontexten im Meer der Ungewissheit schwimmen. Auf dieser Insel finden wir im besten Fall einen prall gefüllten Werkzeugkasten mit klaren Handlungsempfehlungen und Entscheidungsprämissen für jede herausfordernde Situation. Zumindest erhoffen wir uns das. Der Kasten müsste nur voll genug sein. Und wir müssten endlich alle Fragen mit der grammatischen Form „WAS mache ich WENN…?“ sowie „WANN setze ich das ein, WANN NICHT?“ beantwortet haben. Doch so einfach scheint es nicht zu sein. In seriösen Weiterbildungskontexten bekommen wir häufig „Es kommt drauf an…“ als Antwort, immer dieser verflixte Kontextbezug. Und trotz eines wachsenden Repertoires fehlen in manchen Situationen die Materialien, Vorgefertigtes passt nicht richtig, wir möchten oder müssen uns individuell auf unser Gegenüber einstellen.

In diesem Workshop schauen wir mal nicht in den Werkzeugkasten, sondern beschäftigen uns mit der Kunst des Werkzeugmachens. Hierfür verschaffen wir uns einen Überblick über die methodischen Dimensionen und gehen in lebendigen Übungsrunden mit jeweils zufällig generierten Klientengeschichten, Materialien und Kontextbedingungen der Frage auf den Grund, wie situativ Interventionen ge- und sogar erfunden werden können.

STEFAN PÄTZ

Dipl.-Psych., systemischer Supervisor, Therapeut und Berater, Leiter des Instituts „LöWe – Lösungsorientierte Weiterbildung“ in Mainz, Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für systemische Pädagogik (DGsP)